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Die Engel Der Wahrheit



Bemalt von Marcel

„Magdalena, bleib im Schrank und sei ruhig!“ hörte sie ihren Vater rufen. Überall war Lärm. Schreie, Schüsse, Donner, sie hatte fürchterliche Angst. Ein Krachen, Magdalena sah aus einem Spalt in der Schranktür hinaus. Fremde Männer in Rüstung und Masken, mit Gewehren stürmten in das Haus! „Sterbt, ihr Dämonen“ schrien sie und erschossen ihre Eltern, bevor die sich zu den Eindringlingen umdrehen konnten. Danach waren sie wieder weg und Magdalena fing an zu weinen. Stunden später konnte sie Schritte hören und sie hielt den Atem an. Es gelang ihr nicht, das Schluchzen zu unterdrücken und so kamen die Schritte immer näher zu dem Schrank. Die Tür wurde vorsichtig geöffnet und eine Frau blickte hinein. „Hallo“, sagte sie freundlich, „wer bist den du?“ Magdalena sagte kein Wort, sie hatte immer noch grosse Angst. Die Frau streckte ihr ihre Hand entgegen. „Willst du es mir nicht sagen? Komm raus, ich tu dir nicht weh.“ Fasziniert von der glänzenden, eleganten Rüstung und einer Stimme, wie von einer Fee, traute sich Magdalena heraus. „Willst du mir nicht sagen wie du heisst?“ Magdalena schüttelte nur den Kopf. „Hast du Hunger? Willst du etwas Essen? Soll ich dich von diesem schrecklichen Ort fortbringen?“ fragte die Frau. Magdalena nickte. Die Frau fragte: „Darf ich dich Maria-Louisa nennen?“ Magdalena nickte nur.

40 Jahre Später:
Eine Forschungsmission auf dem Planeten Eloah 3, geleitet durch das Adeptus Sororitas, beobachtet durch die Inquisition:

Principialis Maria-Louisa bereitete sich darauf vor, das unbekannte Artefakt auf dem Berg zu betrachten, welches einige ihrer Ordensschwestern gefunden haben. Es gehe ein unheimliches Leuchten von dem Artefakt aus. Es war vom Lager nicht zu sehen und deshalb beschloss sie, nach dem Abendgebet selbst mit ein paar Priesterinnen hinzugehen. Später auf dem Berg war Maria-Louisa doch erstaunt über dieses unbekannte Ding, welches in etwa 5 Meter hoch war. „Etwas herausgefunden?“ rief sie Schwester Sabrina zu, doch sie erhielt als Antwort ihren gebannten Blick auf das Artefakt. Selbst wieder hinsehend, wurde sie von einem gewaltigen Lichtblitz geblendet und plötzlich war alles warm und friedlich. Maria-Louisa blickte sich um und bemerkte, das sie allein war, keine anderen Schwestern, keine Priesterinnen, nur eine Stimme. Sie konnte nicht alles verstehen, nur Brocken wie „Wahrheit zeigen“ oder „Erkenne“. Sie sah rotgerüstete Inquisitionsgargisten, welche eine Tür eintraten und schrien: „Sterbt, ihr Dämonen“. Danach hörte sie nur noch Schüsse aus Hochenergielasergewehren und die Schreie der Opfer, welche bestimmt keine Dämonen wahren. Sie hatte schon viele Dämonen gesehen und getötet, doch das wahren keine Dämonen! Plötzlich war alles vorbei. Sie stand auf dem Berg vor den Artefakt und war ziemlich benommen. „Ich fühle mich nicht gut, ich muss zurück ins Lager und mich hinlegen“ teilte sie ihren Begleiterinnen mit, „Ich werde morgen Inquisitor Berchthold Bericht erstatten. In der Nacht träumte sie vom der Inquisition: „Sterbt, ihr Dämonen, Sterbt, ihr Dämonen, Sterbt, ihr Dämonen! Sterbt, ihr Dämonen!...“

Vor dem nächsten Morgen wurde Maria-Louisa von einem Speichellecker Berchthold`s aus dem Schlaf gerissen: „Mein Meister wünscht sie zu sprechen, jetzt!“ „Was fällt dir ein, einfach so in mein Gemach einzudringen! Verschwinde!“ zischte Maria-Louisa. Doch dann verspürte sie einen Stich im Bein und es wurde wieder dunkel. Als sie wieder aufwachte, konnte sie sich nicht bewegen. Sie bemerkte, dass sie auf eine Art Tisch gefesselt war. Es roch nach glühendem Eisen und verbranntem Fleisch, ohne Zweifel war sie in einer Verhörkammer. „Im Schlaf zu sprechen ist eine Gabe, welche einem schnell zum Verhängnis werden kann, besonders wenn man die Inquisition verflucht!“ säuselte jemand hinter ihr. Es war Inquisitor Berchtholt: „Ich habe ihnen noch nie vertraut! Mal sehen welcher Dämon in sie gefahren ist!“ Maria-Louisa wusste nicht, wovon er sprach, doch es musste etwas mit dem gestrigen Erlebnis zu tun haben. „Wollen wir doch mal sehen, ob sie mir etwas zu sagen haben!“ hörte sie Berchthold fluchen. Plötzlich sah sie ein glühendes Eisen vor ihrem Auge und dann verspürte sie nur noch unbeschreiblichen Schmerz...

„Wo ist unsere Herrin Maria-Louisa?“ wollte Prioris Helena wissen. Die befragte Wache des Inquisitor`s meinte nur: „Sie sagte, sie wolle das Morgengebet beim Artefakt abhalten, um es für den Imperator zu segnen. Sie erwartet den gesamten Orden auf dem Berg.“ Das verschafft meinem Herrn die nötige Zeit, um Maria-Louisa zu befragen, dachte die Wache, sie werden einige Zeit damit verbringen, ihre Principialis zu suchen und dann ist sie auch schon wieder in ihrem Gemach und kann sich an nichts mehr erinnern. Etwa eine Stunde, nachdem der Orden sich in Richtung Berg aufgemacht hatte, sah die Wache einen grellen Blitz aus der Richtung des Artefaktes.

„Sie sind der Hästerie schuldig gesprochen“ schrie Berchthold und schlug ein weiteres mal mit der Peitsche auf Maria-Louisa ein. Sie weinte nicht mehr, längst waren alle Tränen vergossen und Bitterkeit und Hass machte sich in ihr breit. Plötzlich war sie in einem Schrank und sah, wie zwei unschuldige Menschen erschossen wurden. Sterbt, ihr Dämonen... „Magdalena“ hörte sie die Stimme vom Berg rufen „Magdalena“. Eine Welt brach für sie zusammen, als sie die Wahrheit zu erkennen begann. Die Erschossenen waren ihre Eltern. Ihr bisheriges Leben basierte auf einer Lüge. Wie konnte der gütige und allmächtige Imperator nur solche Ungerechtigkeit zulassen? Wieso bestrafte er unschuldige? „Magdalena“ „Magdalena“...

„Das Licht der Wahrheit hat zu uns gesprochen“ Die Wache wurde aus ihrem Dämmerschlaf gerissen. „Wir wissen was ihr mit Maria-Louisa gemacht habt und wir wissen jetzt über so manch andere Lüge der Inquisition Bescheid“ schrie Helena! „Dafür werdet ihr bezahlen!“ Plötzlich war die Wache hellwach und blickte in die Mündungen dreier Flammenwerfer. „Brennt, ihr Inquisitorengesindel, brennt!“

Maria-Louisa hörte ein Grollen und dann ein Krachen, und sie sah, wie ein Immolator durch die Wand brach. „Maria-Louisa, was haben sie mit euch gemacht?“ jammerte Helena, als sie aus dem Panzer sprang. „Häretriker! Sünder, ihr werdet den Zorn des Imperators zu spüren bekommen!“ Berchthold war ausser sich. Helena eilte ihrer Principialis zu Hilfe und befreite sie von dem Folterinstrument. „Gebt mir eine Waffe“ sagte die Principialis, „und bindet diesen Bastart Berchthold fest!“ „Maria-Louisa, sie werden doch nicht unüberlegtes tun?“ winselte der inzwischen gefesselte, einst so stolze Inquisitor. „Stirb, Verleugner der Wahrheit“ sie richtete die ihr gereichte Boltpistole auf Berchthold`s Kopf. „Maria-Louisa“ stammelte der Inquisitor. „Mein Name lautet: Magdalena“, mit diesen Worten drückte sie ab...