Vanderhoff schrak aus seinem Schlaf auf - wieder einmal war durch jenen
Albtraum aus seiner Kindheit aufgeschreckt, der ihn nun schon seit Jahren
verfolgte und quälte.
Er sah noch einmal den Schrecken in den Augen seiner
Eltern, das Blut das aus ihren Körpern entwich und hörte die Schreie der
vielen Menschen damals auf Atria.
Atria, jener Planet der ihm damals Heimat war, zerstört worden für immer von jenen räudigen, gottlosen
Horden, welche die ahnungslose Bevölkerung überfallen hatten. Atria,
diesen Namen hielt Vanderhoff seit diser Zeit für immer heilig und wurde
für viele zum Synonym der Heimat, jenen verirrten und vermissten welche
jetzt unter seinem Kommando standen.
Auch seine Gegner kannten diesen
Namen inzwischen sehr gut, mehrmals hatten Sie schon versucht, Atria
erneut auszulöschen. Aber das würde ihnen nie mehr gelingen. Atria ist
jetzt mal hier und mal dort, nie lange lässt Vanderhoff seine Truppen
lange im gleichen System. Ständig auf der Jagd nach jenen Feinden, die
seinen Männer in der Verganhenheit alles geraubt hatten, ein Leben im
Kampf am Rande des Universums, ständig auf der Hut vor hinterhältigen
Angriffen der Feinde.
Jeder der Männer in seiner Truppe hatte seine eigene Geschichte.
Zum Beispiel die Stahllegionäre: gestrandet mit ihrem halbzerstörten und nicht
mehr navigierbaren Schiff, nachdem Sie von den Orks in den Makropolen um
Armageddon schwer unter Beschuss genommen worden waren;
die Tallarner, vertrieben aus ihren geliebten Wüsten, nun zusammen mit den Eiskrieger von
Valhalla, die immer noch von ihrer Eiswelt träumen. Auch die Mordianer und
Catachaner - alles Gestrandete in den Weiten des Universums, denen es
nicht vergönnt war zu Sterben. Diese Männer hatten nur noch eines im Sinn
- Rache an den Feinden des Imperators, durch die ihnen soviel Not beschert
worden war. Tapfer und ohne Furcht schlagen Sie nun Schlacht um Schlacht,
fernab von ihren ursprünglichen Formationen.
Hier in Vanderhoffs Legion,
der dreizehnten Legion von Atria, auch besser bekannt als "die Geissel des
Imperators". Ja, seine Männer hatten nur noch ein Ziel: Töten, töten,
töten - bis alle Feinde des Imperators vernichtet waren.
Vanderhoff gestand sich ein, dass er sich insgeheim schon mal gefragt
hatte, ob der Imperator überhaupt von der Existenz dieser Kämpfer wusste,
offiziell galten sich alle als vermisst oder im Kampfe gefallen. Aber
jedesmal erschrak er ab diesen Gedanken, sicher wusste der Imperator
davon, nichts kann dem allmächtigen Imperator entgehen. Wenn Vanderhoff
mal nicht von seinen Albträumen geplagt wird, träumt er oft von einer
Begegnung mit dem Imperator.
Er, Mortimer Clemens Vanderhoff, entkommen
der Hölle, nur noch beseelt vom Gedanken nach Rache, würde gerne dem
Imperator seine Treue beweisen. Aber konnte er dies auf dem Schlachtfeld
ja nicht ohnehin besser? Bisher hatte er nur einen Mann kennengelernt, der
mit der gleichen Verbissenheit vorging wie er: Kommissar Yarrick. Eine
Zufallsbegegnung auf dem Schlachtfeld im Kampf gegen die Orks hatte die
beiden Männer zusammengeführt und dadurch Vorteile für beide gebracht.
Yarrick wusste nun von der Existenz Vanderhoffs und seiner Legion und dass
er jederzeit auf diese furchtlosen Kämpfer zählen kann, im Gegenzug konnte
er für Vanderhoffs Truppen immer wieder dringend benötigten Nachschub an
Waffen und Material ermöglichen.
Vanderhoff nickte zufrieden - ja, eigentlich lief alles gut. Schon bald
wird das Imperium wieder die alleinige Macht im Universum sein, und er
würde sein Ziel erfüllt sehen - Rache für die Zerstörung des Planeten
Atria!
In diesem Moment trat seine engster Freund, Oberst Grimmer, in seinen Raum
und er brachte erfreuliche Nachrichten: Die Kundschafter hatten eine
bisher unbekannte Welt des Feindes entdeckt! Wieder fühlte Vanderhof
seinen Rachedurst hochsteigen, und er war überzeugt, jedem seiner Männer
der dreizehnten Legion von Atria ging es genauso: Auf zur Vernichtung des
Feindes!